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Wie ist das mit der Dominanz – oder was gilt Autorität?

 

 

Man weiß es nicht warum, aber auch unser acht Bernies und wir können sich halb tot lachen.

Ich weiß ja nicht, wie Sie über Dominanz, Autorität und Macht oder über die angebliche Rangordnung bei Hunden untereinander denken. Ich habe mir jedenfalls so meine Gedanken darüber gemacht und ich will versuchen aus einer Hundeperspektive einige Missverständnisse klar zu stellen. Natürlich hilft mir dabei die tägliche Erfahrung im Umgang mit Hund und Mensch.

Was bezeichnet die Menschensprache als „dominant“ überhaupt was bedeutet dies. Mit „dominant“ meinen die Menschen, dass man überlegen, beherrschend, tonangebend oder bestimmend ist. Auch überragend oder souverän ist angeblich damit gemeint.

Aber nun aus Sicht unseres Balu´s, der Älteste unserer Acht und wir, verstehen uns ohne Worte !

Was uns Hunde betrifft, so wird der Begriff „Dominanz“ aber oft verwendet, wenn die Menschen Schwierigkeiten bei der Ausbildung mit uns haben. Da wird man als Hund gleich als dominant oder als so genannter „Alpha“ abgestempelt. Und es steht angeblich noch in vielen schlauen Büchern, dass sich der Mensch als „Alpha“ seinem Hund gegenüber immer durchsetzen muss. Notfalls auch mit Gewalt, weil man mit „Kopfhunden“, deren Dominanz angeblich angeboren ist, nicht arbeiten kann. Opa sagt da aber ganz klar: „Ein Hund, der nicht gehorcht, ist selten dominant, sondern oft nur schlecht erzogen!“.

Mit dem Befolgen von Befehlen ist es bei uns Hunden aber so eine Sache. Von Natur aus können wir mit Befehlen nichts anfangen. Eure Vorstellung von Befehlen existiert bei uns Hunden nicht. Weder wir Hunde, noch die Wölfe, geben sich gegenseitig Befehle. Sonst könnte ich z.B. befehlen, er soll den Kühlschrank öffnen, weil er ja ein „schlauer“ Berner Sennenhund ist.

 

Auch ein Tänzchen in Ehren kann niemand verwehren.

Bei unseren wilden Vorfahren achtenten die Ranghöheren lediglich auf die Einhaltung eines harmonischen Sozialverhaltens innerhalb des Rudels und setzen eventuell notwendige Tabus. Die rangniederen Wölfe orientieren sich an den Führungsqualitäten ihrer ranghöheren Gefährten und genießen die Sicherheit des Rudels, so lange sie die sozialen Regeln beachten. So gesehen hat demnach ein Gehorsamsproblem nichts mit einem Dominanzproblem zu tun.

Auch bei unserer Grunderziehung durch euch Menschen sind folgende Grundregeln die Voraussetzung für die Einordnung in das Mensch-Hund-Rudel: Prägung des Sozialverhaltens anderen Hunden und Menschen gegenüber und Gewöhnung an die Umwelt. Da wir in der Regel sehr eng mit Euch Menschen zusammenleben, müssen uns wie im Wolfsrudel konsequent bestimmte Tabus gesetzt werden. Wir müssen einfach lernen, dass wir angeborenes Verhalten nicht überall und bei allen Gelegenheiten ausleben dürfen.

Mein Herrchen ist mit mir auch der Meinung, dass Dominanz nicht angeboren ist. Dominantes Verhalten wird jeweils auf die Situation bezogen in der Beziehung zwischen zwei Lebewesen gezeigt. In Einzelsituationen handelt derjenige dominant, der mit der jeweiligen Situation am souveränsten umgeht. Wir Hunde erkennen sofort an der Körpersprache, am Verhalten und an der gesamten Ausstrahlung des anderen Hundes und natürlich auch eines Menschen, ob er uns überlegen ist oder ob er sich unterwirft. Dominantes Verhalten einem bestimmten Hund oder Menschen gegenüber entwickelt sich erst, wenn sich dieser in wiederholten Situationen immer wieder unterwürfig (subdominant) verhält, dies durch seine Körpersprache anzeigt und mit dieser Rangzuweisung auch zufrieden ist.

Jetzt wollen Sie aber bestimmt wissen, wie das mit der Dominanz zwischen uns Hunden und dem Menschen ist, oder? Der Mensch soll doch nach Euren alten Überlieferungen schon von Haus aus immer der „Alpha“ oder sogar der Rudelführer sein! Also bei aller Liebe – was wäre denn das für ein Rudelführer, der schon allein wegen seiner körperlichen Fehlausstattung für die Jagd völlig ungeeignet ist, weil er kaum noch was riechen kann, schlecht hört und unsere Sprache nur mangelhaft versteht? Nein wir Hunde verlangen von Euch ganz andere Fähigkeiten.

Da wir vom Menschen absolut abhängig sind, wollen wir in der Eingewöhnungsphase eine enge soziale Bindung zu einer so genannten Bezugsperson aufbauen. Aber wir erwarten von diesem Menschen, dass er die Fähigkeiten hat, unsere artgerechten Ansprüche zu erfüllen,  uns zu beschützen, zu versorgen und gewaltlos zu erziehen. Wir wollen die Chance haben, durch Motivation und positive Bestärkung die Dinge lernen zu können, die der Mensch von uns erwartet. Im Umgang mit uns muss er in seinen Forderungen klar, verständlich und vor allem konsequent sein und Ruhe ausstrahlen. Mit bestimmten Situationen, die einem jungen noch unerfahrenen Hund Angst machen, muss er dominant umgehen, so dass sich seine Sicherheit auf uns überträgt. Kurz um, wir können zu einem Menschen nur eine soziale Bindung aufbauen, wenn wir ihn als Autorität anerkennen. Ruhe und Autorität wird im Gegensatz zur Macht, die meist mit Gewalt verbunden ist, von uns sofort anerkannt, weil sie in der Leistung oder Persönlichkeit des betreffenden Menschen liegt. Autorität ist es, was einen manchmal aufmüpfigen Junghund in der Hand eines Ausbilders plötzlich zur Verwunderung seines Besitzers Wohlverhalten zeigen lässt und nicht Gewalt.

Wir Hunde zeigen Dominanzverhalten durch Freundlichkeit an, ohne uns anzubiedern. Auch sind wir nicht feindselig oder aggressiv, wir strahlen Ruhe und Souveränität aus und wir werden von subdominanten Hunden sofort unterwürfig als Ranghöherer anerkannt, weil wir diese auch in unserer Körpersprache durch erhobenen Kopf und Rute anzeigen. Lautstarke oder gar körperliche Auseinandersetzungen haben wir nicht nötig. Wenn mich bei einer Begegnung ein nervenschwacher „Wadlbeisser“ zu provozieren versucht, wende ich nur den Kopf zur Seite und lasse ihn leer laufen. An meiner dominanten Körperhaltung erkennt er dann schnell, dass er bei mir gegen eine Mauer rennt.

In bestimmten Hundeschulen wird den Welpenbesitzern an ihrem eigenen Hund gelernt, wie man den Hund zum Zwecke der Dominanzdurchsetzung auf den Rücken wirft, obwohl er vor dem „Übungswurf“ keinerlei ungehorsames oder renitentes Verhalten gezeigt hat. Der Welpe verliert das Urvertrauen zu seinem Besitzer und zeigt in der Folgezeit oft auch Handscheue. In der Praxis hat sich längst erwiesen, dass der „Alphawurf“ selbst bei ernsthaften Problemen in den meisten Fällen keine Problemlösung bringt. Wenn der Hund die Autorität seines Menschen anerkennt, ergibt sich niemals die Notwendigkeit sinnloser Gewalteinwirkungen. Mein Herrchen kann auch aus Erfahrung sagen, dass Versuche von Laien, den Alphawurf bei erwachsenen Hunden anzuwenden, mit schweren Bissverletzungen enden können.

 

In unserer Mensch-Hund-Familie hat es zwischen Hunden und Menschen noch nie Probleme  gegeben. Wir haben unsere Menschen immer respektiert und ihre Autorität anerkannt. Wir leben aber auch schon immer als Familienangehörige nach Jürgen´s „Grundgesetz“: Wir dürfen generell alles – wir müssen es aber sofort unterlassen, wenn es einer unserer Menschen verbietet. Wahrscheinlich deshalb hat es bei uns noch nie einer der Hunde notwendig gehabt, innerhalb unserer Familie den großen, dominanten Zampano zu spielen.

„Wachsen lassen, nicht besitzen!
Beschützen, nicht beherrschen!
Führen, nicht ausnützen:
Das ist das Geheimnis der wahren Macht.“

Also dann denk mal darüber nach

Balu und Jürgen

 

 

 

Der Bernerhof | Bernerhof@t-online.de